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Der Tierchiropraktiker – Warum er deinem Hund effektiv helfen kann

Der Tierchiropraktiker: Was fällt dir zu dem Begriff Chiropraktik ein? Vielleicht: Das ist doch dieses „Einrenken“, oder? Auch wenn du damit nicht völlig falsch liegst, verbirgt sich hinter der Chiropraktik wesentlich mehr als „nur“ das Lösen von Blockaden. Die Arbeit der Chiropraktiker nimmt nicht nur in der Human-, sondern auch in der Veterinärmedizin einen immer höheren Stellenwert ein. Weil ein gut ausgebildeter Chiropraktiker deinem Hund eben bei vielen Beschwerden effektiv helfen kann, und das nur mit seinen Händen.

Im folgenden Artikel erklären wir dir, was Chiropraktik eigentlich genau ist und was du unter einer Blockade verstehst. Außerdem klären wir den Mythos „Einrenken“ auf und sagen dir, in welchen Fällen der Tierchiropraktiker zum Einsatz kommt und wie eine Behandlung deines Hundes genau abläuft.

Der Tierchiropraktiker – Was ist eigentlich Chiropraktik?

Das Wort „Chiropraktik“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „mit der Hand arbeiten“, wobei „chir“ mit Hand und „praxis“ mit Tätigkeit übersetzt wird. Die Chiropraktik ist also eine manuelle Behandlungsmethode der Alternativmedizin, die sich mit der Wirbelsäule und den dazugehörigen Weichteil- und Nervenstrukturen beschäftigt.  Aber auch alle anderen Gelenke des Körpers werden mit einbezogen. Ein Chiropraktiker untersucht und behandelt den Körper mit dem Ziel, Funktionsstörungen zu finden und diese mithilfe der Hände und speziellen Techniken aufzulösen. Auch zur Gesunderhaltung des Körpers, also in unserem Fall deines Hundes, eignet sich die Chirotherapie.

Der Tierchiropraktiker – Die Ausbildung

Die Berufsbezeichnung „Tierchiropraktiker“ ist in Deutschland ein nicht geregelter Beruf. Das bedeutet, dass die Ausbildung nicht bundes- oder landesrechtlich geregelt ist. Auch ist der Beruf nicht staatlich anerkannt. Das bedeutet aber absolut nicht, dass ein zertifizierter Tierchiropraktiker keine fundierten Kenntnisse besitzt!

In anerkannten Tierausbildungsinstituten lernt ein Tierchiropraktiker sein Handwerk von der Pike auf. Die Ausbildung zum Chiropraktiker baut auf die Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten auf. Grundlage sind erstmal umfangreiche anatomische Kenntnisse. Ein Chiropraktiker muss jede anatomische Struktur mit ihrer Funktion und deren Abweichungen kennen und ein fundiertes Wissen in den Bereichen Haltung und Gang haben. Er lernt, durch Palpation, also das Abtasten, Befunde zu erheben und neurologische, also nervenbedingte, Störungen zu erkennen. Die Ausbildung des Tierchiropraktikers hat außerdem natürlich das Ziel, dass er in der Lage ist, deinem Hund eine effektive Therapie zukommen zu lassen. Aber er lernt auch, die Grenzen seiner Möglichkeiten einschätzen zu können. Du siehst also, dass die Arbeit eines Tierchiropraktikers durchaus anspruchsvoll ist.

Der Tierchiropraktiker –Mythos „Einrenken“

Wie oben schon beschrieben, wird die Chiropraktik landläufig häufig mit „Einrenken“ übersetzt. Dieser Begriff ist aber in dem Fall nicht korrekt. Denn das Gelenk, das in der Chiropraktik behandelt wird, ist per definitionem nicht ausgerenkt, sondern blockiert. Was genau eine Blockade ist, erläutern wir später. Ein echtes ausgerenktes Gelenk ist zum Beispiel eine ausgekugelte Schulter, wobei sich der Gelenkkopf tatsächlich nicht mehr korrekt in der Gelenkpfanne befindet. Dieses muss dann im herkömmlichen Sinne wieder „eingerenkt“ werden. Ein Tierchiropraktiker korrigiert dagegen behutsam mit seiner manuellen Behandlung die Bewegungseinschränkung eines Gelenkes.

Der Tierchiropraktiker – Was genau ist eine Blockade?

Aber was ist nun eine Blockade genau? Chiropraktiker verstehen unter einer Blockade eine so genannte Subluxation, also die funktionelle Fehlstellung eines Wirbels, eines Zwischenwirbelgelenkes oder eines anderen Gelenkes. Durch die Blockade kommt es zum Verlust der physiologischen Beweglichkeit des Gelenkes und den angrenzenden Strukturen. Die Folgen sind Muskelverspannungen und Schmerzen, und je nach Schwere und Lokalisation der Blockade können sogar Nerven beeinträchtigt sein.

Ein Beispiel ist die Wirbelsäule: Kommt es hier zu einer Blockade, hat das häufig Auswirkungen auf die Nervenstränge, die zwischen zwei Wirbeln aus dem Rückenmark austreten. So kann der Informationsfluss zwischen Hirn und Muskulatur (sowieso auch der Haut und allen anderen Organen) und zurück nicht mehr einwandfrei funktionieren. Es kommt dann zu neurologischen Symptomen bei deinem Hund. Das bedeutet, nicht nur Probleme mit dem Bewegungsapparat, beispielsweise der Koordination, können auftreten. Durch Blockaden an der Wirbelsäule und damit einhergehende Schädigungen der Nerven können auch Fehlfunktionen an den Organen entstehen.

Der Tierchiropraktiker – Wie kommt es zu Blockaden?

Fragst du dich jetzt vielleicht, wie es überhaupt zu Blockaden kommen kann? Wir verraten dir in der folgenden Aufzählung einige Ursachen.

·Dein Hund hat zu wenig Bewegung, muss zum Beispiel häufig in einer engen Box sitzen

·Der Fellkumpel hat eine OP hinter sich und wurde während der Narkose schlecht gelagert oder ist nach dem Aufwachen unkoordiniert aufgestanden

·Hat dein Hund vielleicht ein Trauma erlitten durch einen Sturz oder einen Unfall? Auch grobes Toben kann eine Ursache sein.

·Ein Leinenruck ist auch immer sehr gefährlich! Schon ein zu enges Halsband oder ein schlechtsitzendes Geschirr können zu Blockaden führen

· Risikofaktor Transport. Fährst du zu grob? Ist der Hänger nicht ausreichend gefedert? Ist der Transport lang gewesen oder hattet ihr sogar einen Unfall?

·Auch eine komplizierte Geburt kann Wirbelsäulenblockaden begünstigen

·Große sportliche Belastungen sind ebenfalls ein Risiko für Blockaden

·Dein Hund war verletzt und hat sich dadurch einseitig belastet

·Hat dein Vierbeiner einen sehr langen Rücken oder andere anatomische Besonderheiten?

·Selbst zu lange Krallen können durch die veränderte Statik zu Blockaden führen.

Der Tierchiropraktiker – Woran erkennst du Blockaden bei deinem Hund?

Es gibt unzählige Symptome, die bei einer Blockade auftreten können! Das Hauptsymptom ist im Prinzip der Schmerz und alles, was dieser zur Folge hat. Wir haben dir hier mal die wichtigsten Symptome zusammengestellt. Solltest du sie bei deinem Vierbeiner bemerken, macht es absolut Sinn, einen erfahrenen Tierchiropraktiker die Wirbelsäule deines Kumpels untersuchen zu lassen.

·Dein Hund lässt sich an bestimmten Körperstellen nicht mehr oder nur ungern berühren.

·Er zeigt einen schmerzhaften oder ängstlichen Gesichtsausdruck

·Dein Vierbeiner ändert sein Verhalten: Er ist unruhiger als gewohnt oder – im Gegenteil – ruhiger als sonst oder vermehrt reizbar.

·Du stellst einen schleppenden Gang oder sogar eine Lahmheit fest

·Auch verkürzte Tritte können ein Symptom sein

·Der Hund hat abgeschliffene Krallen an einer oder mehreren Pfoten

·Dein Fellkumpel ist nicht mehr so leistungsfähig wie gewohnt

·Du bemerkst eine auffällige Haltung bei deinem Hund

·Dein Vierbeiner entwickelt einen Muskelschwund

·Der Hund nimmt eine andere Sitzposition als gewöhnlich ein und legt sich nur noch auf eine Körperseite

·Du stellst eine Steifheit beim Aufstehen deines Hundes fest

·Auch wiederkehrende Verdauungsprobleme können ein Symptom sein!

·Dein Hund hat immer wieder Ohren- oder Analbeutelentzündungen

·Er leidet plötzlich unter Harn- und Kotinkontinenz

·Dein Vierbeiner hat Leckekzeme an Beinen oder Pfoten als Folge von Missempfindungen

Der Tierchiropraktiker – Wann kommt er zum Einsatz?

Entsprechend der oben genannten Symptome sind die Anwendungsmöglichkeiten der Tierchiropraktik vielfältig. Wir zählen dir im Folgenden mal einige auf.

·Dein Hund hat akute Verspannungen der Muskulatur

·Der Vierbeiner äußert Schmerzen unklarer Ursache

·Du möchtest die Leistungsfähigkeit deines Hundes im Sport oder auf der Jagd erhalten

·Dein Hund ist ein Senior und soll seine Beweglichkeit erhalten

·Zur Vorbeugung gegen Verschleiß durch Fehlbelastungen

·Wenn dein Hund unter dem Cauda-Equina-Syndrom leidet

·Der Hund hatte eine Operation oder eine lange Ruhephase und braucht eine Rehabilitation

·Dein Fellkumpel leidet unter einem HWS-, BWS- oder LWS-Syndrom

·Wenn dein Hund einen Bandscheibenvorfall hat

·Die Behandlung von Blockaden, die durch Wirbelsäulenmissbildungen oder Veränderungen wie Hüftdysplasie oder Arthrosen hervorgerufen werden.

·Lahmheiten

·Prinzipiell können bei allen organischen Problemen, für die keine unmittelbare Ursache gefunden wird, Veränderungen an der Wirbelsäule zugrunde liegen. Störungen des Verdauungsapparates oder Inkontinenz sind nur zwei Beispiele.

Der Tierchiropraktiker – Ablauf der Behandlung

Vor einer chirotherapeutischen Behandlung sollten sich dein Hund und der Behandler in Ruhe kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Schließlich muss dein Kumpel einen engen Körperkontakt des Therapeuten und eventuell schmerzhafte Untersuchungen und Behandlungen von ihm akzeptieren. Wichtig ist auch, dass sowohl das Kennenlernen als auch die anschließende Behandlung in einem ruhigen und für deinen Hund angenehmen Umfeld stattfinden. Ein erfahrener Chiropraktiker erkennt bereits in den ersten Minuten Anzeichen für Probleme deines Hundes, indem er ihn beim Beschnuppern und Erkunden der Umgebung beobachtet.

Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Ganganalyse an der Leine in allen Gangarten. Dann folgt die Palpation, also das Abtasten deines Hundes. Hierbei stellt der Chiropraktiker Muskelverspannungen aber auch Temperaturunterschiede als Hinweise auf Blockaden fest. Wenn der Therapeut eine Blockade lokalisiert hat, setzt er an der entsprechenden Stelle einen minimalen Impuls mit ganz geringem Kraftaufwand. Die Bewegung geht niemals über den physiologischen Bewegungsradius des Gelenkes hinaus und ist von außen kaum feststellbar! Ruckartiges Ziehen an Extremitäten oder am Hals sind nicht nötig und unseriös und gefährlich. Oft ist es sinnvoll, vor einer chiropraktischen Behandlung durch verschiedene Verfahren die Muskulatur deines Hundes zu lockern. Und je nach Erkrankung beziehungsweise Ursache der Blockade ist es natürlich wichtig, die entsprechenden Umstände zu ändern oder Störfaktoren zu beseitigen. In vielen Fällen ist ein Muskelaufbau ratsam. Lass dich vom Tiertherapeuten deines Vertrauens beraten!

Der Tierchiropraktiker – Wie häufig muss behandelt werden?

Wenn die Chirotherapie die richtige Behandlungsmethode für deinen Hund ist, wie oft musst du ihn dann behandeln lassen? Diese Frage stellen Hundebesitzer sehr oft. Leider kann sie nicht pauschal beantwortet werden. Jeder Hund ist anders, und so auch jedes Beschwerdebild. Es kommt ganz entscheidend darauf an, wie lange die Symptome bei deinem Hund bereits bestehen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass es meistens nicht mit einer einzigen Chirotherapie-Behandlung getan ist. Aber bei akuten Beschwerden kommt es meist schnell zu einer Besserung, während bei chronischen oder länger bestehenden Krankheiten auch eine längere und intensivere chiropraktische Therapie nötig ist. Wichtig ist, dass dein Hund vom Therapeuten einen individuell auf ihn zugeschnittenen Behandlungsplan bekommt.

Der Tierchiropraktiker- Hilfe für deinen Hund?

Nun hast du einen kleinen Einblick in das Arbeitsfeld der Tierchiropraktik bekommen und weißt, bei welchen Beschwerden diese Therapie deinem Vierbeiner helfen kann. Solltest du also eines der Symptome bei deinem Hund feststellen, oder sind vielleicht schon viele andere Therapien zu einem bestimmten Problem gescheitert, dann gib der Chiropraktik eine Chance. Ein gut ausgebildeter Tierchiropraktiker kann mit seinen Händen wirklich effektiv behandeln und deinem Fellkumpel oft ganz viel Bewegungsfreude zurückgeben.

 

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