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Die Hüftdysplasie beim Hund – Wie Chiropraktik helfen kann

Die Hüftdysplasie beim Hund – Von der Krankheit hast du sicher schon mal gehört. Diese Fehlbildung der Hüftgelenke kann nicht nur beim Menschen, sondern eben auch beim Hund auftreten. Die Hüftdysplasie ist eine Erbkrankheit, und zwar eine der häufigsten überhaupt in der Hundewelt. Nicht nur deshalb sehe ich so viele Hunde mit Hüftdysplasie in meiner Praxis, sondern auch, weil diese Krankheit das Leben eines Hundes wirklich erheblich einschränken kann. Die Hüftdysplasie hat nämlich große Auswirkungen auf die Funktion des gesamten Bewegungsapparates.

Ich bringe dich heute auf den neusten Stand zum Thema Hüftdysplasie. Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Welche Rassen sind besonders gefährdet? Und wie kannst du als Chiropraktiker Einfluss auf den Verlauf der Krankheit nehmen? Auf diese und viele andere Fragen gehe ich im folgenden Blogartikel ein. Los geht’s!

Die Hüftdysplasie beim Hund – Aufbau und Funktion des Hüftgelenks

Damit du verstehst, was eine Fehlbildung der Hüfte für deinen Hund bedeutet, musst du zunächst die physiologische – also normale – Funktion des Hüftgelenkes kennen.

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und es verbindet den Oberschenkel deines Hundes mit dem Beckenknochen. Der Oberschenkelkopf ist halbkugelförmig und er sitzt in der so genannten Hüftgelenkspfanne des Beckenknochens.

Dazwischen befindet sich im gesunden Zustand ein gleichmäßig breiter und glatter Gelenkspalt. Dieser ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt, der Synovia, die den Gelenkknorpel ernährt und die Reibung und damit die Abnutzung bei Bewegung minimiert. Der Knorpel überzieht die Gelenkflächen der Hüftgelenkspfanne und des Oberschenkelkopfes und dient als Stabilisator und Stoßdämpfer.

Stabilität bekommt das Hüftgelenk deines Vierbeiners auch noch durch Stützstrukturen. Mehrere Bänder verlaufen vom Oberschenkel zum Hüftknochen und halten so den Oberschenkelkopf stabil in der Gelenkpfanne. Außerdem spielt die Muskulatur eine große Rolle. Viele Muskeln der Hintergliedmaßen setzten am Hüftknochen oder Oberschenkelknochen an und halten die Position des Gelenkes.

Welche Funktion hat denn nun ein gesundes Hüftgelenk bei deinem Hund? Das Gelenk macht natürlich die Bewegung des Hinterbeins möglich. Ein gesunder Hund kann seine Hinterbeine zu einem gewissen Grad nach vorne, nach hinten und nah oben beugen. Eine weitere Funktion: Das Hüftgelenk trägt logischerweise zusammen mit der Vorderhand einen Teil des Gesamtgewichts deines Tieres. Es gibt Rassen, bei denen der Schwerpunkt des Gewichts stärker auf der Hinterhand liegt als bei anderen Rassen. Dadurch wird bei ihnen natürlich auch das Hüftgelenk einer größeren Belastung ausgesetzt. Zu den betroffenen Rassen gehören beispielsweise der Deutsche Schäferhund und der Rottweiler. Dritte Funktion: Das Hüftgelenk sorgt für den Vorwärtsschub in der Bewegung. An dieser Stelle wird dir vielleicht schon klar, welche wichtigen Aufgaben die Hüfte deines Hundes zu erledigen hat und wieso es zu extremen Problemen kommt, wenn das Hüftgelenk fehlgebildet ist.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Was genau ist das eigentlich?

Aber was genau ist nun eigentlich eine Hüftdysplasie? Das Wort kommt aus dem Griechischen. „Dys“ heißt schlecht und „plasia“ heißt Form. Hüftdysplasie meint also eine Fehlbildung der Hüfte. Wenn die Hüftgelenkspfanne oder der Oberschenkelkopf nicht regerecht geformt sind, können sie auch nicht optimal ineinandergreifen und die Funktion des gesamten Gelenkes ist gestört. Wie ich schon am Anfang erwähnt habe, sind auch Menschen von dieser Erbkrankheit betroffen. Aber auch bei Pferden, Katzen, Kaninchen und einigen anderen Tieren gibt es Formen der Hüftdysplasie.

Man unterscheidet hauptsächlich zwei verschiedene Veränderungen des Hüftgelenks bei Hunden. Zum einen kann die Hüftgelenkspfanne fehlgebildet sein. Dieser Teil des Beckenknochens entwickelt sich nicht richtig und wird während des Wachstums immer flacher. Der Oberschenkelkopf kann also nicht richtig in der Gelenkpfanne festgehalten werden, es kommt zu einer Fehlstatik und damit einer Fehlbelastung.

Zum anderen kann das Oberschenkelkopfband, das den Oberschenkel mit der Gelenkpfanne verbindet, instabil sein. Dadurch kommt es zu einer unvollständigen Ausrenkung des Gelenkes, einer so genannten Subluxation.

Die Folgen in beiden Fällen: Das Hüftgelenk ist durch die Fehlstellung einem ständigen Reiz ausgesetzt. Die Synovia vermehrt sich und der Gelenkknorpel wird unnatürlich stark und schnell abgenutzt. Das Gelenk kann sich entzünden, was extrem schmerzhaft für deinen Vierbeiner ist. Außerdem entsteht so Arthrose im Hüftgelenk: Der Körper versucht, die fehlende Stabilität durch knöcherne Zubildungen auszugleichen.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Wie entsteht sie?

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie es überhaupt zu einer Hüftdysplasie kommen kann. Wie gesagt, es handelt sich um eine Erbkrankheit. Das heißt, dass sie genetisch weitergegeben wird und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, je nachdem, ob die Erbinformation von einem oder von beiden Elternteilen weitergegeben wird.

Große Hunderassen sind häufiger von einer HD betroffen als kleine, weil eine sehr schnelle Wachstumsrate die Krankheit begünstigen kann. Hier kommt das Thema Ernährung ins Spiel: Wenn du als Hundebesitzer deinen Welpen sehr nähstoffreich und zu häufig fütterst, wächst er unnatürlich schnell und das Risiko einer Hüftdysplasie steigt. Achte auf eine angepasste Fütterung! Übrigens: Auch Übergewicht wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Hüfte und natürlich auf den gesamten Bewegungsapparat und letztlich auf den gesamten Hund aus.

Auch die Haltungsbedingungen in der Entwicklungsphase deines Hundes haben Einfluss auf die Ausbildung des Hüftgelenkes.

Forscher sind sich mittlerweile einig, dass auch die Über- oder Unterproduktion von verschieden Sexualhormonen zur Fehlbildung der Hüfte führen kann. Eine Frühkastration ist also ein Risikofaktor, den du deinem Hund nicht nur aus diesem Grund unbedingt ersparen sollest!

Die Hüftdysplasie beim Hund – Welche Rassen häufig betroffen sind

Einige Hunderassen sind prädisponiert für die Hüftdysplasie. Das bedeutet, dass sie anfälliger für diese Erbkrankheit sind und dementsprechend auch deutlich häufiger als andere Hunderassen daran erkranken. Dazu gehören der Deutsche Schäferhund, der Golden Retriever, der Labrador Retriever, der Rottweiler und der Berner Sennenhund.

Achtung: Grundsätzlich können aber alle Hunde, ob groß oder klein, von der Hüftdysplasie betroffen sein!

Die Hüftdysplasie beim Hund – Die Symptome

Woran erkennst du, dass dein Hund möglicherweise an einer HD leidet? Einerseits kann eine leichte Form der Fehlbildung zunächst keine Symptome, und später erst nach starker Belastung hervorrufen. Andererseits sind die Symptome der Krankheit vielfältig. Einige der klassischen Anzeichen liste ich dir hier einmal auf.

  • Wenn dein Fellkumpel häufig liegt und nur mühsam aufsteht und generell nur wenig Spaß an Bewegung und Spielen hat, kann das ein Anzeichen für eine HD sein.
  • Überkreuzt dein Hund beim Traben die Hintergliedmaße oder zieht er diese nach, sodass sich die Krallen abschleifen? Lasse die Hüfte überprüfen!
  • Wackelpo? Damit ist ein wackeliger und schwankender, manchmal auch steifer Gang der Hinterhand gemeint. Ein Anzeichen für eine Hüftdysplasie.
  • Auch mangelnde Stabilität und Lahmheit im Allgemeinen können auf eine HD hindeuten.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Akute und chronische Phase

Man unterscheidet zwei verschiedene Phasen der Hüftdysplasie. Die akute und die chronische Phase.

Die akute Phase tritt in der Wachstumsphase auf. Und zwar, wenn dein Welpe etwa fünf bis acht Monate alt ist. Plötzlich zeigt dein Hund deutliche Symptome, die ihn in seiner Bewegung erheblich einschränken können. Die Ursache: In den Knochen des Hüftgelenks entstehen winzige Risse. Und zwar durch die Fehlstatik des Gelenkes. Das tut deinem Vierbeiner unglaublich weh! Im Alter von acht bis elf Monaten sind diese Mikrorisse zunächst verheilt und die Symptome bilden sich vorläufig zurück.

Wenn dein Hund etwa eineinhalb Jahre alt ist, kommt es dann zur chronischen Phase der Hüftdysplasie. Durch die Fehlstellung der Hüfte ist es zur so genannten Sekundärarthrose gekommen. Das bedeutet: Verschleiß des Knorpels im Gelenk und dadurch bedingte erhöhte Reibung und Entzündungen. Das führt logischerweise zu erheblichen Schmerzen bei Bewegung, und dein Hund zeigt jetzt vermutlich schon eine Lahmheit. Besonders bei kaltem und nassem Wetter haben Hunde mit Arthrose im Allgemeinen und Hüftdysplasie im Speziellen starke Probleme.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Der Weg zur Diagnose

Ein erfahrener Tiertherapeut erkennt bereits an den klinischen Symptomen erste Hinweise auf das Vorliegen einer Hüftdysplasie. Eine 100-prozentige Gewissheit kann aber nur ein Röntgenbild bringen. Oft wird der Hund für dieses spezielle Röntgenbild sediert, weil eine ganz bestimmte Körperhaltung dafür nötig ist und diese schmerzhaft sein kann. Die Position sieht so aus, dass der Hund auf dem Rücken liegt und seine Hinterbeine soweit es geht nach hinten gestreckt und dann leicht nach innen gedreht werden. Auf dieser Röntgenaufnahme misst der Tierarzt nun den Abstand der einzelnen Knochen und verschiedene Winkel am Gelenk. So kann er den Schweregrad der HD definieren.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Die Schweregrade der HD

Man unterscheidet verschiedene Schweregrade der Hüftdysplasie:

  • A – kein Hinweis auf Hüftdysplasie
  • B – schwankender, wackliger oder sogar steifer Gang der Hinterhand -LSÜ-Twist (“Wackelpo”)
  • C – leichtgradige Hüftdysplasie
  • D – Überkreuzen der Hintergliedmaße beim Traben
  • E – schwere Hüftdysplasie

 

Die Hüftdysplasie beim Hund – Die Therapiemöglichkeiten

Die schlechte Nachricht zuerst: Wirklich heilbar ist die Hüftdysplasie des Hundes nicht. Aber es gibt auch eine gute Nachricht:  Du kannst einiges tun, um deinem Hund wieder zu mehr Beweglichkeit und Schmerzfreiheit und damit zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

In schlimmen Fällen kann ein operativer Eingriff nötig sein. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt die zweifache und die dreifache Beckenosteotomie, wobei die zwei beziehungsweise drei Knochen, die an der Bildung des Beckens beteiligt sind, durchtrennt und in korrigierter Stellung wieder stabilisiert werden. So soll der Bildung von Arthrose vorgebeugt und dem Hund Beweglichkeit zurückgegeben werden. Wichtig bei dieser Methode ist es, früh zu handeln, bevor schon viel Verschleiß im Gelenk vorhanden ist. Deshalb ist eine Früherkennung der Hüftdysplasie auch so wichtig.

Eine andere Möglichkeit ist der Hüftgelenksersatz. Oberschenkelkopf und Hüftgelenkspfanne werden hierbei durch eine so genannte Endoprothese ersetzt. Du siehst, nicht nur Menschen können eine „neue Hüfte“ bekommen.

Aber auch mit konservativen Mitteln kann man den betroffenen Hunden sehr gut helfen. Die Ernährung sollte optimal abgestimmt werden und übergewichtige Hunde müssen abnehmen. Hunde mit Hüftdysplasie sollten niemals auf kalten und feuchten Untergründen liegen müssen und zu zu viel Bewegung gedrängt werden. Wärmetherapie und Schmerzmittelgabe können helfen. Außerdem naturheilkundliche antientzündliche Mittel, Akupunktur und natürlich Physiotherapie und Chiropraktik.

Die Hüftdysplasie beim Hund – Mit Chiropraktik zum Erfolg

Wieso kann Chiropraktik deinem Hund bei einer Hüftdysplasie helfen? Was genau ist Chiropraktik überhaupt? Das Wort „Chiropraktik“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „mit der Hand arbeiten“, wobei „chir“ mit Hand und „praxis“ mit Tätigkeit übersetzt wird. Die Chiropraktik ist also eine manuelle Behandlungsmethode der Alternativmedizin, die sich mit der Wirbelsäule und den dazugehörigen Weichteil- und Nervenstrukturen, aber auch mit allen anderen Gelenken des Körpers beschäftigt. In unserem Fall eben mit dem Hüftgelenk und allen dazugehörigen Strukturen. Ein Chiropraktiker untersucht und behandelt den Körper mit dem Ziel, Blockaden zu finden und diese mithilfe der Hände und speziellen Techniken aufzulösen.

Und was ist eine Blockade genau? Chiropraktiker verstehen unter einer Blockade eine so genannte Subluxation, also die funktionelle Fehlstellung eines Wirbels, eines Zwischenwirbelgelenkes oder eines anderen Gelenkes. Durch die Blockade kommt es zum Verlust der physiologischen Beweglichkeit des Gelenkes und en angrenzenden Strukturen. Die Folge sind Muskelverspannungen und Schmerzen, und je nach Schwere und Lokalisation der Blockade können sogar Nerven beeinträchtigt sein.

Bei Hunden mit Hüftdysplasie kommt es durch die Fehlstellung des Gelenkes fast immer zu Verspannungen der Muskulatur im Bereich der Hüfte. Diese wirkt sich letztlich auf den gesamten Bewegungsapparat aus und kann wiederum Blockaden in anderen Körperregionen nach sich ziehen. Als Chiropraktiker kannst du dieser Blockaden aufspüren und lösen, die Muskulatur des Hundes entkrampfen und ihm zu einer schmerzfreien Fortbewegung verhelfen. Außerdem kannst du durch das Lösen der Funktionsstörungen der Bildung von Arthrose vorbeugen. Eine entspannte Muskulatur ist außerdem Grundvoraussetzung für eine schmerzfreie Bewegung. Und nur so kannst du ausreichend am Muskelaufbau des Hundes arbeiten. Dieser ist im Falle eine Hüftdysplasie besonders wichtig, weil die Muskeln zum Teil die fehlende Stabilität des Hüftgelenks ausgleichen können.

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