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Bandscheibenvorfall beim Hund – Keine hoffnungslose Diagnose!

Bandscheibenvorfall beim Hund: Sicher kennst du einige Menschen, die schon einmal einen Bandscheibenvorfall hatten. Vielleicht hat es dich sogar selbst schon mal erwischt! Dann weißt du, wie schmerzhaft und belastend diese Krankheit sein kann. Und wie anstrengend es war, sich wieder zu einer normalen Bewegungsfreiheit zurück zu kämpfen. Das Schicksal Bandscheibenvorfall – es kann nicht nur uns Menschen treffen! Auch dein Hund kann von der Diagnose betroffen sein. Aber keine Sorge. Wird ein Bandscheibenvorfall rechtzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt, kann man sehr viel retten und die Beschwerden oft ganz in den Griff kriegen! Umso wichtiger, dass du die Symptome deines vierbeinigen Freunds ernst nimmst und ihm so schnell wie möglich eine gute Therapie zukommen lässt. Alles wichtige zum Thema Bandscheibenvorfall erfährst du im folgenden Artikel.

Bandscheibenvorfall beim Hund: Was sind Bandscheiben überhaupt?

Zunächst gilt es zu klären, was Bandscheiben überhaupt sind. Bandscheiben verbinden alle Wirbelkörper, der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule.

Sie bestehen aus einen Faserring, dem Anulus fibrosus und einem gallertartigen Kern, dem Nukleus pulposus. Der Faserring umhüllt den Nukleus.

Die Bandscheiben können Druck aufnehmen und diesen gleichmäßig verteilen, das heißt, sie haben eine Stoßdämpferfunktion und erlauben gleichzeitig eine gewisse Beweglichkeit. Dieses System ermöglicht eine große Mobilität, gibt Stabilität und Schutz bei vielfältigen Belastungen.

Der Kern ist in der Lage, sich im Faserring zu bewegen und dort als Stoßdämpfer zu wirken, wo er gebraucht wird. Die Bandscheiben besitzen keine Blutgefäße. Also müssen sie regelmäßig wieder mit Flüssigkeit gefüllt werden, damit sie elastisch bleiben. Damit sich die Bandscheibe wieder mit Flüssigkeit füllt, muss sich der Hund bewegen. Du kannst dir das wie bei einem Schwamm vorstellen!

Bandscheibenvorfall beim Hund: So kommt es dazu!

Bei einem Mangel an Bewegung nehmen die Bandscheiben hingegen zu wenig Flüssigkeit auf und werden spröde und rissig. Wenn die Bandscheibe dauerhaft überlastet und einem zu großen Druck ausgesetzt wird, wird sie ebenfalls unterernährt. Der Druck führt dann zum Vorwölben der Bandscheibe.

Die Wirbelkörper können den Druck nicht mehr abgefangen und die vorgewölbte Bandscheibe drückt auf das Nervensystem. Genauer gesagt auf die Spinalnerven. Diese führen motorische, sensible und vegetative Nervenfasern und versorgen den gesamten Organismus. Dies ist die Vorstufe zum Bandscheibenvorfall und nennt sich Discusprotrusion.

Wird diese nicht erkannt und behandelt, kommt es bei weiterer Belastung auf die Wirbelsäule zum „echten“ Bandscheibenvorfall (Discusprolaps). Der Faserring bricht auf und der gallertartige Kern bricht in den Wirbelkanal ein.

 

Bandscheibenvorfall beim Hund: Die Symptome

Die Symptome einer Protrusion sind folgende:

  • Lokale Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule
  • Schmerzen im Nacken, den Armen und Beinen möglich (je nachdem, welcher Nerv eingedrückt wird)
  • Einschränkung der Beweglichkeit
  • Strecksteife, meist im Lendenbereich, selten auch im Nacken oder Brustwirbelbereich
  • Bei Reizung des Rückenmarks oder Kompression (Einengung) der Wurzeln der Spinalnerven neurologische Symptome wie Reflexausfälle
  • Lähmungen
  • Meist ist der untere Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen, da dieser am stärksten belastet ist.

Beim „echten“ Bandscheibenvorfall zeigen sich folgende Symptome:

  • Häufig plötzlich einschießender Schmerz, Hund bleibt liegen mit Lähmungserscheinungen der Vorder- und/oder Hinterextremitäten
  • Starke Schmerzen
  • Aufgezogener Rücken
  • Inkontinenz
  • Symptome der Protrusion

 

Bandscheibenvorfall beim Hund: So wird diagnostiziert       

Wie bei allem Krankheiten beziehungsweise Symptomen steht eine ausführliche Anamnese am Anfang der Diagnostik! Ein guter Tierarzt oder ein guter Tierheilpraktiker vermutet schon bei den entsprechenden Beschwerden einen Bandscheibenvorfall. Danach folgen die physiotherapeutische Diagnostik und bildgebende Verfahren, am genauesten ist das MRT.

Bandscheibenvorfall beim Hund: Es gibt aussichtsreiche Therapien!

Die Medizin teilt Bandscheibenprotrusionen und -vorfälle in verschiedene Schweregrade ein. Je nach Schweregrad führe ich meine Therapie durch.

  • Grad 1: Reine Schmerzsymptomatik
  • Bei Grad 2: Koordinationsstörung der betroffenen Gliedmaßen (Ataxie)
  • Grad 3: Unvollständige Lähmung der betroffenen Gliedmaßen (Parese) bei erhaltener Gehfähigkeit
  • Bei Grad 4: Unvollständige Lähmung der betroffenen Gliedmaßen ohne Gehfähigkeit
  • Grad 5: Vollständige Lähmung der betroffenen Gliedmaßen (Paralyse, Plegie) bei erhaltenem Tiefenschmerz
  • Bei Grad 6: Vollständige Lähmung der betroffenen Gliedmaßen ohne Tiefenschmerz

 

Ab Grad 3 sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Ab Grad 4 muss schnell operiert werden, da die Gefahr besteht, dass die Nerven zu lang geschädigt werden und sich nicht mehr erholen.

Am Beginn meiner Therapie steht meist eine Blutegeltherapie. Diese hat den Vorteil, dass Schmerzen und Entzündungen im betroffenen Gebiet verschwinden und danach direkt mit einer Bewegungstherapie begonnen werden kann. Dabei nutze ich verschiedene Geräte, die das Ziel der Förderung der Propriozeption verfolgen. Verspannungen der restlichen Muskulatur deines Hundes müssen gelöst werden. Natürlich arbeite ich auch mit Akupunktur und Futtermittelergänzungen sowie begleitend mit Homöopathie.

Ist dein Hund bereits Patient operiert, kommt es auch hier darauf an, wie stark er gelähmt ist. Auch hier kommen zum Teil noch Blutegel in Frage, je nachdem, wie geschwollen das Operationsgebiet ist. Denn auch die Schwellung drückt auf das Nervensystem.

Bei kleinen Patienten biete ich Schwimmtherapie an, nicht nur um die Muskulatur zu verbessern, sondern auch, um die Propriozeption zu fördern. Das steht für mich an erster Stelle! Hat dein Hund einen Ausfall des Stellreflexes, bringt es nicht viel, die Muskulatur aufzubauen, wenn er immer noch auf die Rückseite seiner Pfote fußt.

Bandscheibenvorfall beim Hund: Was du tun kannst

Du kannst als Besitzer selbst etwas für deinen Vierbeiner tun und aktiv bei der Behandlung mithelfen!

Mein wichtigster Therapieansatz ist die Anleitung von dir als Hundebesitzer. Meine Therapie ist fast nichts wert, wenn du zu Hause nicht mit deinem Hund trainierst!

Vielen Hunden konnte ich so bereits ihr physiologisches Gangbild zurückgeben. Fazit: Sei aufmerksam und zögere nicht, wenn dein Hund Symptome einer Bandscheibenproblematik zeigt. Lasse ihm die beste Therapie zukommen und hilf aktiv mit, deinem Fellkumpel wieder Bewegungsfreiheit und Lebensfreude zurückzugeben!

 

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